Triggeradjust HW 44

Nach den tollen Erfahrungen mit meiner neuen Steyr LG 110 habe ich heute mal wieder ein paar Schuss mit meiner HW 44 gemacht. Sofort ist mir die ungenügende Abzugscharakteristik aufgefallen. Im Manual steht, dass man das leicht einstellen kann, wenn man den Griff entfernt. Also den Stift hinten von rechts nach links herausschlagen und vorne die Schraube lösen und schon lässt sich der Griff leicht abnehmen:

Innerhalb des Abzugszüngels gibt es zwei Innensechskantschrauben, die sich mit einem 1,3 mm Schlüssel verstellen lassen. Leider ist dieser Schlüssel nicht im Lieferumfang der Pistole enthalten.

Diese beiden Schrauben beeinflussen sich gegenseitig:

Die in diesem Bild obere Schraube, in Schussrichtung vordere Schraube, beeinflusst den Vorzugsweg des Abzugs. Nach rechts drehen (UZ) verkleinert den Vorzugsweg, nach links drehen (GUZ) vergrössert den Vorzugsweg, bis der Abzug nicht mehr auslöst.

Die auf dem Bild untere Schraube, in Schussrichtung hintere Schraube, beeinflusst den Auslösepunkt auf diesem Vorzugsweg. Wenn die Schraube korrekt eingestellt ist, wird der Schuss knapp hinter dem Vorzugsweg ausgelöst. Dreht man die Schraube nach rechts ist der Auslösepunkt weiter vorne, nach links gedreht, ist er weiter hinten.

Ist der Auslösepunkt zu weit hinten eingestellt, hat man einen Abzug mit zwei Vorzugswegen. Erst gehts leicht nach hinten, dann geht es etwas schwerer nach hinten und am Druckpunkt bricht der Schuss. Genauso hatte sich der Abzugs nach rund 2500 Schuss selbst dejustiert.

Schnell ist er wieder korrekt justiert und der Spass geht weiter 🙂

Aber Vorsicht! Leicht kann sich dabei unbeabsichtigt ein Schuss lösen.

Es gibt noch eine dritte Schraube, die teilweise von der Brücke des Sicherungshebels verdeckt wird. Hiermit lässt sich das Abzugsgewicht, wie im Manual beschrieben, einstellen.

Steyr LG 110 FT 2014

Ein neues Field Target Gewehr löst meine Weihrauch HW 100 Ginb ab

Der erste Eindruck in den Lanes ist hervorragend.

Ich hab mein altes BSA Platinum 10-50×60 Glas von der HW 100 auf das Gewehr montiert.

Die Skala am Parallaxenrad muss jetzt aber neu beschriftet werden. Ich verwende hier eine Photoshop-Datei mit mehreren Ebenenen. In einer Ebene sind die Meter eingetragen. Diese bleibt unverändert. Die Korrekturwerte für die Einstellung des Höhenturms müssen aber neu angepasst werden. Ich verwende hier Halb-MOA Werte. Der Wert 12 bedeutet z.Bsp. 6 MOA.

Ich nutze zur Ermittlung der Korrekturwerte die App Chairgun von Hawke. Hier trage ich die durchschnittliche Geschwindigkeit, das Gewicht und den BC-Wert des verwendeten Diabolos ein. Zusätzlich gebe ich den Abstand Zielfernrohrmitte und Laufmitte an, sowie in welcher Entfernung sich die Flugkurve des Diabolos mit der optischen Nulllage des Zielfernrohrs schneiden soll und zuletzt wieviel Klicks/MOA der Höhenturm hat.

Daraus errechnet Chairgun eine balistische Kurve. Diese kann als Tabelle pro Meter mit den entsprechenden Klickwerten für die Korrektur des Höhenturmes angezeigt werden.

Aus den Klickwerten errechne ich mir die Halb-MOA Korrekturwerte für mein Parallaxenrad, da mein Höhenturm eben genau mit diesen Halb-MOA Werten beschriftet ist.In meinem Beispiel ermittle ich die Klickwertdifferenz der Höhenkorrektur zwischen 9 Metern und 11 Metern. Hier bekomme ich eine Differenz von vierzig 1/8-MOA Klicks. Chairway hat bei 11 Metern 67 Klicks und bei 9 Metern 107 Klicks eingetragen. Macht eine Differenz von 40. Die eingetragenen Parameter sind also korrekt. Meinen Nulldurchgang habe ich auf 25 Meter gelegt. Bei 25 Metern Zielentfernung muss der Höhenturm auf Null stehen. D.h. ich muss die Anzeige des Höhenturms so verschieben, dass mir in der aktuellen geschossenen Zielentfernung von 9 Metern die 107 Klicks der Chairguntabelle am Höhenturm angezeigt werden. Dabei verstelle ich aber den Höhenturm nicht, sondern löse die beschriftete Hülse und drehe diese auf den errechneten Halb-MOA Korrekturwert und arettiere diese wieder mit einer Madenschraube.

Wenn ich jetzt auf 25 Meter schiesse, drehe ich den Höhenturm auf Null und sollte genau im Ziel sein.

Zur Kontrolle schiesse ich dann auf höchst unterschiedliche Entfernungen und markiere mir auf dem Parallaxenrad die Abweichungen von den errechneten Werten. Gerade im oberen Bereich der Kurve bei mehr als 40 Metern sind meist leichte Korrekturen nötig, da hier der BC-Wert des Diabolos den meisten Einfluss hat, dieser aber vom tatsächlichen Wert oft abweicht.

Die Abstellhilfe von der Firma centra Visiertechnik musste ich modifizieren, da wegen der opulenten Knieablage der Steyr die Beinchen zu kurz waren, um bis zum Boden zu reichen. Mit 5 mm Edelstahl und zwei Stunden Arbeit hatte ich die Beinchen von 8 cm auf 12 cm verlängert bzw. neu gefertigt:

RS 24 für die Fallscheibe

Nachdem ich kürzlich mit stärkeren Ladungen nicht sehr erfolgreich an den Fallscheiben war, habe ich wieder meinen kleinen Kompensator auf meine X-Five geschraubt und einige Ladungen getestet.

Die Streukreise gefallen mir schon mal sehr gut. Für die Fallplatten, die die Grösse des schwarzen Spiegels haben, völlig ausreichend.

Nur der kräftige Hochschlag gefällt mir nicht. Ich hatte 125 grn H&N verwendet. Testhalber habe ich 10 Patronen mit gleicher Treibladung und entsprechend reduzierter Setztiefe mit den 115 grn Geschossen von H&N bestückt und im direkten Anschluss getestet. Schiesst sich supersoft und ausreichend präzise. Die Balance zwischen Hochschlag und Abwärtsimpuls des Kompensators stimmt hier wesentlich besser.

Diese Ladungen werde ich demnächst etwas ausführlicher testen.

HW 44 mit Schalldämpfer

Für die neue Pressluftpistole HW 44 von Weihrauch gibt es einen speziellen Schalldämpfer, der auf die recht eigenwillige Klemmvorrichtung der Pistole passt.

Dieser ist in Deutschland nur für die F-Variante der Pistole mit einer Mündungsenergie von weniger als 7,5 Joules erlaubt:

Der Schalldämpfer wiegt nur 56 Gramm und wird mit zwei Madenschrauben an der Pistole gesichert:

Er dämpft den Mündungsknall so weit, dass auch nachts in einem Mietshaus trainiert werden kann. Der Kugelfang sollte dann aber mit mehreren Lagen Stoff geräuschgedämmt sein.

Die Genauigkeit der Pistole wird mit dem Schalldämpfer nur wenig beeinflusst. Auch stört er auf Grund des geringen Gewichtes kaum die Balance.

Hier habe ich einen Test mit zwei Kameras aufgenommen und die Pausen herausgeschnitten:

So hört sich die schallgedämmte Pistole aus 10 m Entfernung direkt am Ziel an, diesmal ungekürzt:

Also voll Mietswohnungstauglich 🙂

Aimpoint Micro für HW 44

Das Aimpoint Micro H-1 ersetzt jetzt das billige Red Dot auf meiner Pressluftpistole HW 44 von Weihrauch:

Das Aimpoint Micro hat einen regelbaren 4 MOA grossen Leuchtpunkt, der für jede Lichtsituation in 12 Stufen sehr genau eingestellt werden kann. Von der Dämmerung bis zum gleissenden Sonnenlicht findet man immer die passende Einstellung. Diese wird mit einem grossen Drehregler, der leider auf der rechten Seite ist, reguliert. Da man als Rechtsschütze die Pistole mit der rechten Hand hält, muss man hier mit der linken Hand umgreifen:

Die Einstellung für Höhe und Seite befindet sich unter kleinen Schraubkappen, welche gleichzeitig als Einstellwerkzeug dienen. Besser ist hier der beiliegende leuchtend rote Schlüssel geeignet, mit dem auch das Batteriefach und die Weavermontage geöffnet werden kann:

Mit der entspiegelten Optik des Aimpoints kann man auch bei Licht von hinten gut zielen. Das Gehäuse ist sehr robust und hat eine stossdämpfende Oberfläche. Das Bild dunkelt kaum ab:

Um im Training die gleichen Bedingungen, wie mit der X-Five Open zu haben, habe ich das Aimpoint bezogen zum Griff der Waffe genau an die gleiche Stelle montiert. Allerdings liegt die X-Five im Vergleich zur HW 44 erheblich besser in der Hand. Die gummierte Oberfläche der HW 44 fühlt sich sehr billig an und hat auch schon die ersten Macken.

Im praktischen Einsatz ist das Treffen von Hitzonen in FT-Zielen mit dem Weihrauch Pistolen-Zielfernrohr doch leichter, als mit dem Aimpoint. Die Parallaxe von bis zu 2 cm Treffpunktabweichung auf 10 m, speziell wenn man von rechts-unten oder links-oben schräg durch das Aimpoint blickt, erschwert das Zielen erheblich. Beim Zielen auf Steelplates sind solche Abweichungen unerheblich. Beim Schiessen auf die 10-25 mm kleinen Hitzonen der FT-Ziele sinkt die Trefferquote mit dem Aimpoint spürbar. Das billige Red Dot, das ich anfangs auf die Pistole montiert hatte, war diesbezüglich problemlos.

Zielfernrohr für HW 44

Heute kam das Weihrauch Pistolen-Zielfernrohr in 2×20 für die Weihrauch Pressluftpistole HW 44. Passt von Grösse und Aussehen optimal zur Waffe:

Das Schiessen damit ist aber sehr gewöhnungsbedürftig. Licht von hinten spiegelt sich im Okular, welches auf Grund des grossen Abstands zum Auge nicht leicht abzuschatten ist. Also besser vom Dunklen ins Helle schiessen.

Das Fadenkreuz ist sehr fein. Aufgelegt lässt sich damit sehr genau zielen und die Schüsse treffen dank der hervorragenden Präzision der Waffe auch.

Beidhändig ist das schon etwas schwieriger. Das Zittern der Hände wird durch die 2 fache Vergrösserung verstärkt wahrgenommen.

Ich habe das Glas mit halbhohen Vortex-Quickrelease-Ringen montiert. Dadurch lässt es sich ohne Werkzeug auf der Weaverschiene leicht montieren und wieder abnehmen. Die Pistole wiegt mit Glas 1580 Gramm.

Für den, der die Pistole zu teuer findet, hätte ich folgende Rechnung:

Angenommen ich fahre auf Grund der Trainingsmöglichkeit zu Hause einmal pro Woche weniger auf den 25/50m Stand. Ein Standbesuch kostet mich rund 30 EUR (Sprit und 100 Schuss Munition).

Die Pistole kostete inkl. Glas und Montage rund 780 EUR. Zusätzlich 5000 Schuss Diablos ca. 50 EUR und Luft 10 EUR. Macht zusammen 840 EUR. Das ist der Gegenwert von 28 Standbesuche in rund 7 Monaten. An die Lebenszeit für Fahrt und Wiederladen möchte ich gar nicht denken. Gesünder ist es auch noch 🙂

Weihrauch Pistole HW 44

Weihrauchs neue Pressluftpistole HW 44 in 4,5 mm mit 10 Schuss Magazin:

Sie schiesst sich sehr bequem, einhändig und beidhändig. Der Griff bietet in beiden Fällen guten Halt. Als Daumenablage für die linke Hand bietet sich das Ende vom Tank an.

Der einstellbare zweistufige Abzug geht sehr leicht und hat einen exakten Druckpunkt. Das Repetieren geht flüssig und ohne zu hakeln. Der fest eingebaute Presslufttank reicht für rund 120 Schuss und wird über einen Quickfülladapter befüllt.

Mit dem Chrony gemessen ergibt sich für das Geschoss JSB Exact 4,52 mm eine durchschnittliche Mündungsgeschwindigkeit von 163 m/s.

Das entspricht einer Mündungsenergie von 7,3 Joules.

Der gleiche Test mit den leichteren JSB Exact Express ergab eine durchschnittliche Mündungsgeschwindigkeit von 164 m/s. Daraus resultiert eine durchschnittliche Mündungsenergie von 6,9 Joules.

Ein weiterer Test mit JSB Exact Heavy (ohne Video) ergab ebenfalls eine durchschnittliche Mündungsenergie von 6,9 Joules.

Somit erreichen die normalen Exact Diabolos aus der JSB Serie in der HW 44 mit 7,3 Joules die höchste Energieausbeute.

Jeweils 10 Schuss auf 10 Meter mit Red Dot auf ein Schußpflaster:

Test mit einem 6 fach Zielfernrohr. Damit lässt sich nur aufgelegt schiessen, weil der kurze Augenabstand nicht anders passt.

Das Schussergebnis auf 11 Meter kann sich sehen lassen:

Das sind 10 Schuss!

Das weisse Schusspflaster mit dem schwarzen Kringel drauf, hat einen Durchmesser von zwei Zentimetern. 10 Schuss gingen also durch ein Loch von ca. einem Zentimeter.